Durchsuchen nach
Kategorie: Romane

Matcha Tee am Montag

Matcha Tee am Montag

Matcha Tee am Montag, Michiko Aoyama

BUCHINFO
Matcha Tee am Montag, Michiko Aoyama
Rowohlt Kindler  ISBN 978-3-463-00065-7
208 Seiten, Gebundene Ausgabe, € 23,00

INHALT
Normalerweise ist das Café Marble montags geschlossen. An jedem ersten Montag im Monat findet hier jedoch eine Teeverkostung der besonderen Art statt. Versteckt unter Kirschbäumen verwandelt sich diese Oase der Ruhe dann in einen magischen Ort, an dem der bittere Matcha Tee die Bitterkeit des Lebens besänftigen soll. Der umsichtige Besitzer, genannt Master, erwartet seine Besucher, und er hat für jede und jeden ein offenes Ohr. Zu seinen Gästen gehört eine erfolgreiche Geschäftsfrau, die seit dem Neujahrsfest vom Pech verfolgt zu sein scheint. Ebenso eine Ladenbesitzerin, die sich unversehens konfrontiert sieht mit ihren bescheidenen beruflichen Anfängen. Sowie eine Großmutter, die mit ihrer Enkelin im Clinch liegt … Alle Gäste des Cafés sind an einem Punkt in ihrem Leben, an dem sie Halt und Trost brauchen. Und so wird das Café zu einem Ort unerwarteter Begegnungen – und zu einem Ausgangspunkt für Neubeginn und zweite Chancen.

REZENSION
Es ist ein glücklicher Zufall, dass die junge Miho an einer inoffiziellen Teeverkostung in ihrem Lieblingscafé teilnimmt und dabei einen jungen Mann kennenlernt. Von dieser Begegnung beflügelt, erscheint ihr ihr bisheriges Leben in einem ganz neuen Licht und ihr verloren geglaubter Lebensmut meldet sich unüberhörbar zurück. Ähnlich ergeht es einer jungen Künstlerin, der es endlich gelingt die Missverständnisse, die ihr Verhältnis zu ihrer Großmutter jahrelang überschattet haben, zu überwinden. Einem alten, wieder in die Gänge gekommenen Uhrwerk gleich, setzen diese und weitere schicksalhafte Begegnungen einen Mechanismus in Gang, der aus Zufall Bestimmung werden lässt.

FAZIT
Ein berührendes Buch, dass Hoffnung und Mut macht dem Zufall als Schicksalsfügung eine Chance zu geben.

Spiegelschrift

Spiegelschrift

Spiegelschrift, Susanne Ayoub

BUCHINFO
Spiegelschrift, Susanne Ayoub
Löcker  ISBN 978-3-99098-229-7
320 Seiten, Hardcover, € 24,80

INHALT
Die Schauspielerin Anna wird fast über Nacht als TV-Kommissarin berühmt. Bald darauf kommen die Briefe. Drohend verweisen sie auf Annas Vergangenheit: „Ich weiß, was du getan hast.“ – „Ich habe es gesehen.“ – Du kehrst an den Ort deiner Tat zurück.“ Es gibt nur einen, der darüber Bescheid wissen kann, das ist Mario, ihre Jugendliebe. Seit er vor siebzehn Jahren die Schule abbrach und nach Sizilien auswanderte, haben sie sich nicht mehr gesehen. Und gerade jetzt meldet er sich wieder.
Nur widerwillig stimmt Anna einem Treffen zu. Sie fürchtet, dass Mario sie erpressen will. Doch das Wiedersehen verläuft ganz anders als erwartet. Dann tauchen plötzlich weitere Personen aus der Vergangenheit auf. Dean, der mit Mario nach Sizilien ausriss. Und Judy, das Mädchen mit den tausend erfundenen Geschichten, der Mario nicht widerstehen konnte. Was wollen sie von Anna? Was wissen sie?

REZENSION
Wenn eine Beziehung ohne Aussprache endet, bleibt immer eine schmerzhafte Wunde zurück, die in den seltensten Fällen geheilt werden kann. Obwohl Anna und Mario, wenn auch aus unterschiedlichen Motiven heraus, versuchen an ihre gemeinsame Vergangenheit anzuknüpfen, gelingt es ihnen nicht sachlich miteinander zu kommunizieren und offen miteinander zu reden. Im Gegenteil, mit jeder Begegnung werden alte Wunden neu aufgerissen und Fragen die nie beantwortet wurden, drängen sich in den Vordergrund ohne dass sie auf eine ehrliche Antwort hoffen können. Tiefe Verletzungen und Nichtverstehen haben tiefe Spuren hinterlassen, die nicht mehr zu kitten sind. Ein schwieriger Prozess für Anna und Mario, der beide letztendlich. dazu zwingt, zumindest sich selbst gegenüber ehrlich zu sein.

FAZIT
Eine tiefgründige Beziehungsgeschichte, die viele Fragen in den Raum stellt und den Leser dazu anregt sich mit seiner eigenen Lebensgeschichte auseinanderzusetzen.

Babysitter

Babysitter

Babysitter, Joyce Carol Oates

BUCHINFO
Babysitter, Joyce Carol Oates
Nagel und Kimche  ISBN 978-3-312-01406-4
624 Seiten, Taschenbuch, € 15,00

INHALT
Detroit, in den späten 1970ern: Hannah, Ehefrau und Mutter, beginnt eine Affäre mit einem gefährlichen Fremden; Mikey, der sich mit zwielichtigen Aufträgen durchschlägt, beschließt, sich endlich seiner traumatischen Vergangenheit zu stellen; und dann ist da dieser Serienkiller, der als Mörder kleiner Kinder unter dem Namen Babysitter Berühmtheit erlangt – eine rätselhafte Figur mit augenscheinlichen Verbindungen zur Elite Detroits, der jedoch bisher jeglicher Vergeltung entkam.
Während Hannah dem Mann, den sie nur unter dem Namen Y. K. kennt, zunehmend verfällt, scheint auch der Babysitter immer näher zu kommen. Und erneut verschwindet ein Kind direkt aus Hannahs Nachbarschaft.

REZENSION
Hannah, eine mitteljunge Ehefrau und Mutter, lässt sich auf ein gewagtes Verhältnis ein, dass sich recht schnell zu einem regelrechten Alptraum entwickelt. Obwohl sie sich von Beginn an benutzt fühlt, glaubt sie unbeirrt an die unbeschwerte Zukunft, die ihr vorgegaukelt wird. Tapfer erträgt sie sämtliche Demütigungen, die sie zwar immer verletzlicher machen, ihr aber trotzdem das Gefühl geben auf dem richtigen Weg zu sein. Selbst als sich ihr Verdacht erhärtet, dass sie es mit einem gesuchten Serienkiller zu tun hat, gelingt es ihr nicht sich aus der Verbindung zu lösen und der Wahrheit ins Gesicht zu schauen.

FAZIT
Eine tragische Beziehungsstory, die auf den ersten Blick aus der Zeit gefallen zu sein scheint, sich aber gerade im Zeitalter von Social Media, in Varianten immer wiederholen wird.