„Goldkind“ – Claire Adam

Goldkind, Claire Adam

GOLDKIND – Claire Adam
Verlag: Hoffmann und Campe
Erscheinungsdatum: 4. Januar 2020
272 Seiten, gebundenes Buch mit Schutzumschlag
Preis: € 23,00
eBook: € 16,99
ISBN: 978-3-455-00598-1

Inhalt
Es ist dunkel. Insekten umschwirren das Licht im Hof, und der Wachhund sitzt am Tor. Ein Junge ist nicht nach Hause gekommen, und seine Familie wartet ängstlich auf seine Rückkehr. Ein Vater tritt in die Dunkelheit, um nach seinem Sohn zu suchen. Clyde macht sich Sorgen um Paul, der nicht von seinem Streifzug durch den Busch zurückgekommen ist. Auf Trinidad bleibt man zu Hause, wenn die Sonne untergegangen ist. Vor allem aber ist Clyde wütend, denn schon immer hat sein Sohn ihm Ärger bereitet, ganz anders als dessen alles überstrahlender Zwillingsbruder Peter. Stunden vergehen, Tage. Schließlich melden sich Entführer. Als Clyde begreift, worum es ihnen geht, steht er vor einer ungeheuerlichen Entscheidung: Darf er wirklich das Leben eines seiner Kinder zugunsten des anderen opfern?

Rezension
Es ist immer wieder Paul, der seinem Vater das Leben schwer macht. Bereits seine Geburt stand unter einem ungünstigen Stern und die orakelhafte Vorhersage des Onkels zieht sich wie ein roter Faden der Verdammnis durch sein Leben. Obwohl er durchaus in der Lage wäre sein Leben selbst in die Hand zu nehmen scheitert Paul ein ums andere Mal und wird dadurch in einen unaufhaltsamen Strudel hineingezogen. Ganz anders, sein Zwillingsbruder Paul, der bereits als Kleinkind eine außergewöhnliche Begabung aufzeigt, die ihn schnell zum Überflieger werden lässt. Als Paul eines Abends nicht nachhause kommt, beginnt für seinen Vater, außer der Suche nach dem verlorenen Sohn, eine schicksalshafte Auseinandersetzung mit sich und den vorherrschenden Wertmaßstäben. Obwohl ihm bewusst ist, dass er mit seiner Entscheidung das Leben von Paul aufs Spiel setzt, hält er entgegen allen Warnungen an ihr fest und entscheidet damit über Leben und Tod.

Fazit
Eine eindringliche und bestürzende Geschichte, die mit beklemmender Intensität die Unzulänglichkeit gesellschaftlicher Normen thematisiert und diese ad absurdum führt.